Entlastung auf dem Papier – Belastung im Betrieb

Kraftstoff- und Energiepreise schiessen nach oben. Bürger und vor allem Betriebe werden massiv belastet. Jetzt kommt die Bundesregierung mit einem Entlastungspaket daher. Gut gedacht, schlecht gemacht. Bis zu 1.000 Euro sollen Beschäftigte steuer- und abgabenfrei erhalten können – ausgezahlt über die Arbeitgeber.

Was politisch als Unterstützung gedacht ist, landet in der Praxis einmal mehr beim Mittelstand. Denn „freiwillig“ klingt gut – fühlt sich im unternehmerischen Alltag aber oft ganz anders an. Unsere Generalsekretärin Nicole Rauscher erinnert an die Inflationsprämie in Corona-Zeiten: „Viele Betriebe haben damals die Erfahrung gemacht: Bei der Prämie von bis zu 3.000 Euro entstand ein massiver Erwartungsdruck. Mitarbeiter vergleichen. Mitarbeiter sprechen. Mitarbeiter wechseln.“

Druck auf Firmenführungen wächst

Nicht, weil ein Unternehmen nicht will – sondern weil es nicht kann. Und genau hier beginnt nach unserer Einschätzung das eigentliche Problem. Ein Betrieb mit beispielsweise 100 Mitarbeitern soll plötzlich zusätzlich 100.000 Euro aufbringen. In einer Zeit, in der Energiepreise, Löhne, Bürokratie und Unsicherheiten ohnehin steigen.

Dieses Geld liegt nicht einfach bereit. Es muss erwirtschaftet werden. Wer es zahlen kann, gerät unter Druck, es zahlen zu müssen. Wer es nicht kann, verliert im Zweifel Fachkräfte.

Das Ergebnis:
Eine politisch gemeinte Entlastung wird im Wettbewerb zum Risiko für genau die, die unser System tragen. „CDU und SPD agieren gegen den Mittelstand. Wir zahlen die Zeche für die Unfähigkeit der Regierung“, sagt unser Landesvorsitzender Holger Höfs.

Der Mittelstand steht für Verantwortung. Aber Verantwortung braucht auch Grenzen.

Nicole Rauscher: „Wenn Entlastung immer wieder über Unternehmen organisiert wird, ohne deren Realität mitzudenken, dann wird aus Unterstützung schleichend Überforderung. Und irgendwann stellt sich eine einfache Frage: Wer entlastet eigentlich die, die alles tragen?“

Mittelstand macht. Darauf ist unser Wohlstand gebaut. Und genau deshalb braucht er jetzt vor allem eines: Luft zum Atmen.

Weitere Beiträge

Guten Start, Frau Ministerin!

Das neue Kabinett der Landesregierung von Baden-Württemberg steht. Positiv aus unserer Sicht: Dr. Nicole Hoffmeister-Kraut von der CDU bleibt Wirtschaftsministerin! Sie kommt

Weiterlesen »